Axel Zwingenberger, Boogie Woogie Pianist
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Axel Zwingenberger. Eine Bühne. Ein Mann am Klavier. Die Musik: Boogie Woogie.
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R.I.P. Vince Weber

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Vince Weber

 

Vince Weber, mein Freund und musikalischer Blutsbruder, ist am 23. Februar 2020 nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Von Anfang an waren sein vollkommen persönlicher Blues- und Boogie Woogie-Klavierstil voller Ausdruckstiefe und unbändiger Kraft und sein unnachahmlicher Bluesshouting-Gesang neu und aufregend – so etwas hatte man hierzulande noch nicht gehört, schon gar nicht von einem Deutschen. Durch Pianisten wie Otis Spann, Roosevelt Sykes, Meade „Lux“ Lewis, Big Maceo Merriweather oder Stevie Winwood inspiriert und vom Hamburger Blues- und Boogie Woogie-Pionier Hans-Georg Möller beeinflusst, beeindruckte Vince mit seinen charismatischen Auftritten und wurde zum Vorbild vieler junger Blues- und Boogiepianisten und -pianistinnen.

 

Geboren am 26. Oktober 1953 in Hamburg, brachte er sich das Bluesklavierspiel weitgehend selbst bei und trat seit den frühen 1970er Jahren in den verrauchten Jazz- und Blueskneipen der Hansestadt auf. Zu dieser Zeit bildete sich ein kleiner Hamburg-Wiener Freundeszirkel von Boogie- und Bluespianisten, dem neben Vince und Hans-Georg Möller auch der Wiener Martin Pyrker und ich angehörten. Nächtelange Sessions, wo immer möglich, sorgten für Spaß und freundschaftlichen Wettbewerb, bei dem jeder mit seiner persönlichen Spielauffassung glänzen konnte, ganz im Sinne der Pianisten-Contests im alten Chicago.

 

Vince war der erste, der ein großes Publikum aufbauen und so einen Grundstein für die Boogie Woogie-Renaissance der 1970er legen konnte. Eine Tournee mit Otto Waalkes brachte ihn in die großen Hallen, und seine monatlichen, ausverkauften Konzerte über 14 Jahre in der Hamburger „Fabrik“ waren legendär. Für sein Debut-Album „The Boogie Man“ bekam Vince Weber 1976 den Deutschen Schallplattenpreis, und auch seine weiteren LPs waren große Verkaufserfolge. Vince bereiste die USA, war auf zahlreichen internationalen Festivals zu hören und traf viele Blueslegenden, wie Champion Jack Dupree, Alex Moore, Roosevelt Sykes, Jay McShann und Buddy Guy, um nur einige zu nennen. Einige Jahre moderierte er die NDR-Radiosendung „Blues am Dienstag“ und machte auch Aufnahmen mit der NDR-Bigband. Ab 1986 gingen wir gemeinsam mit zwei Flügeln auf Konzerttourneen, die uns durch Deutschland und Europa bis nach Detroit in den USA führten. Obwohl stilistisch durchaus gegensätzlich, verstanden wir uns im Zusammenspiel quasi blind, dank der ausgedehnten Sessionpraxis unserer Anfangsjahre.

 

Vince, dessen Lieblingszahl die 8 war, hatte auch die Idee, am 8.8.88 einen „Tag des Boogie Woogie-Klaviers“ zu feiern – die Geburtsstunde der „Hamburg Boogie Woogie Connection“ in der Fabrik. Aus dieser ersten wilden Festivals-Sessionnacht wurde die Keimzelle für die vielen Boogie Woogie-Festivals, die heute die internationale Boogie Woogie-Szene prägen. Bis zuletzt war Vince gemeinsam mit mir der Gastgeber der alljährlich am 8.8. in der Fabrik stattfindenden „Hamburg Boogie Woogie Connection“. Sein Auftritt beim 30-jährigen Jubiläum der „Connection“ 2018 war sein letzter – Schlussakkord eines großen Musikerlebens. „I am on cloud no. 8 and play harp.“ Mach’s gut, alter Freund – wir werden Dich vermissen!

 

Axel Zwingenberger


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